Tierpflegerin Kelly bei SANCCOB
Dank der Unterstützung von Besuchern und Paten spendet Beekse Bergen seit 2017 über die Stichting Wildlife an SANCCOB. So leisten wir einen Beitrag zum Erhalt und Schutz Brillenpinguine in freier Wildbahn.
Kelly arbeitet bereits seit 2022 bei Beekse Bergen als Tierpflegerin für alle Vogelarten im Safaripark, darunter auch die Brillenpinguine. Vielleicht hast du sie ja schon einmal bei der Raubvogelsafari gesehen! Im Dezember 2025 erhielt Kelly die Gelegenheit, zwei Wochen lang bei SANCCOB zu arbeiten. Auf dieser Seite erfährst du mehr über ihre Zeit in Südafrika und die Erfahrungen, die sie dort bei der Pflege wildlebender Brillenpinguine gesammelt hat.
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Warum hast du dich entschieden, bei SANCCOB zu arbeiten?
Leider geht es dem Brillenpinguin nicht gut. Sein IUCN-Status wurde Ende 2024 von „gefährdet“ auf „stark gefährdet“ herabgestuft. Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir in Zoos eine gesunde Reservepopulation aufbauen. Ich wollte gerne mehr über die Pflege Brillenpinguine lernen, das wir auch im Safaripark anwenden können. Es handelt sich um eine gefährdete Tierart. Sie benötigen ganz spezielle Pflege und sind sehr stressempfindlich. Deshalb ist es so schön, dass ich bei SANCCOB gesehen habe, wie wilde Pinguine gepflegt werden. Es war auch etwas ganz Besonderes, dass ich ihnen während meines Arbeitsaufenthalts eine großzügige Spende in Höhe von 12.000 Euro für 2026 überreichen durfte!
Welche Aufgaben hast du bei SANCCOB übernommen?
Am ersten Tag habe ich das Team kennengelernt und mit den Aufgaben begonnen, mit denen man als Freiwilliger immer anfängt, nämlich mit der Arbeit in der Küche und beim Putzen. Hier habe ich alles über Medikamente, die Zubereitung von Futter und die Reinigung der Utensilien gelernt, die für die Pflege der Pinguine benötigt werden. Es ist sehr wichtig, dass Freiwillige dies zuerst lernen. Denn es wird viel mit Spritzen gearbeitet, wenn Pinguine Medikamente oder zusätzliche Nahrung benötigen, um wieder zu Kräften zu kommen. Es ist sehr wichtig, dass dies sicher und hygienisch geschieht.
Schon am zweiten Tag durfte ich direkt bei den Pinguinen mithelfen. Oft dauert es etwas länger, bis Freiwillige aus der Küche, der Wäscherei oder der Reinigungsstation in den Pinguinbereich wechseln, aber da ich bereits Erfahrung in der Pinguinpflege habe, durfte ich schnell anfangen. Eine wichtige Aufgabe ist es, das Becken sauber zu halten. Aus Gesundheitsgründen für die Pinguine werden weder Salz noch Chlor verwendet. Deshalb müssen die Matten und das Becken jeden Morgen gründlich desinfiziert werden. Danach erhielten die Pinguine ihre erste Mahlzeit des Tages und ihre Medikamente. Anschließend bereiteten wir die Einrichtung des Geheges für den Tag vor.
Zweimal pro Woche wurden alle Pinguine gewogen, damit die Mitarbeiter über ihr Gewicht auf dem Laufenden bleiben. Außerdem fand zweimal pro Woche eine Fettkontrolle statt. Dabei überprüfte ein Tierarzt die Beine und Atemwege der Pinguine. Auch wurde einmal pro Woche Blut abgenommen, damit die Blutwerte kontrolliert werden können. Ich selbst habe hier auch gelernt, wie man Pinguinen ganz einfach Blut abnimmt.
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Was hat dich bei SANCCOB am meisten beeindruckt?
Am meisten beeindruckt hat mich die Freilassung der Pinguine am Boulders Beach. Wir haben hier 20 junge und 4 erwachsene Pinguine freigelassen. Es war wirklich sehr schön anzusehen, vor allem, weil die 4 erwachsenen Pinguine ebenfalls aus dieser Kolonie stammten. Zuerst durften die 20 Jungtiere los, danach die erwachsenen Tiere. Letztere liefen sofort zu ihrer Kolonie, und die Jungtiere folgten ihnen schnell.
Wir durften dort 20 Minuten lang zusehen und sahen, wie die Pinguine sofort miteinander spielten und ihren neuen Lebensraum erkundeten. Sie wurden von der Gruppe akzeptiert, und man konnte auch wirklich den Charakter jedes einzelnen Pinguins erkennen. Das war so schön anzusehen! Vor allem die Art und Weise, wie sie aufeinander und auf die Gruppe reagierten. Es war sehr schön, den gesamten Prozess mitzuerleben. Von der Aufnahme bei SANCCOB über die medizinische Versorgung bis hin zur Freilassung in die freie Natur.
Was sind die Bedrohungen für Brillenpinguine?
„Dem Brillenpinguin geht es derzeit so schlecht, dass er innerhalb von 10 Jahren ausgestorben sein könnte.“
Viele Menschen wissen, dass Ölkatastrophen in der Vergangenheit zu großen Problemen geführt haben. Glücklicherweise ist dies schon lange nicht mehr vorgekommen. Aber es gibt noch viele weitere Bedrohungen für Brillenpinguine. Durch Überfischung steht zu wenig Nahrung zur Verfügung. SANCCOB arbeitet intensiv daran. Sie versuchen, gegen die Überfischung vorzugehen, indem sie mit Behörden ins Gespräch kommen. Die Folgen der Überfischung sind nämlich sehr gravierend. Pinguine, die in die Mauser gehen, müssen vorher ausreichend Nahrung zu sich nehmen. So haben sie einen Vorrat, wenn sie in der Mauser sind und nicht fischen können. Leider gibt es Pinguine, die zu wenig gefressen haben, sodass sie in der Mauser dennoch fischen müssen, um nicht zu verhungern. Diese Pinguine haben vorübergehend kein wasserdichtes Gefieder und ertrinken manchmal bei der Suche nach mehr Nahrung.
Ein weiteres großes Problem ist die globale Erwärmung. Es ist zu heiß für Pinguine, um ihre Eier auszubrüten. Dadurch werden die Nester während der Brutzeit zu früh verlassen. Den Pinguinen ist es schlichtweg zu warm, und sie müssen ins Meer, um sich abzukühlen.
Neben diesen Bedrohungen gibt es noch weitere. Da sind natürlich Raubtiere wie Robben und Haie sowie Krankheiten wie die Vogelgrippe. Außerdem gibt es kaum Nistplätze. Der Mensch legt nämlich private Strände für Touristen an und entfernt dabei die Felsbrocken. Dadurch haben die Pinguine keinen geeigneten Ort, um ein Nest zu bauen.
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Wie viele Vögel befinden sich gleichzeitig bei SANCCOB?
Im Durchschnitt befinden sich etwa 150 bis 350 Vögel in der Auffangstation. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Brillenpinguine, aber das variiert je nach Jahreszeit stark. Als ich dort war, gab es nur wenige andere Arten. Die Vögel werden auf verschiedene Gruppen aufgeteilt. Es gibt die Krippe für Pinguine bis zu zwei Wochen alt, die Außenkrippe für etwas ältere Jungtiere, einen Bereich für Pinguine in der Mauser, eine Quarantänestation für Vögel mit Krankheiten wie der Vogelgrippe und eine Intensivstation für Pinguine mit Verletzungen, beispielsweise durch einen Haibiss. Außerdem gibt es noch einige Pinguine, die leider in freier Wildbahn nicht überleben können und deshalb im Tierheim bleiben.
Wenn die Pinguine 5 Wochen alt sind, dürfen sie in das Außengehege. Sobald sie fast aus der Mauser sind, dürfen sie hier mit dem Schwimmen beginnen. Dabei müssen sie jedoch noch von den Pflegern beaufsichtigt werden. Wenn die Pinguine 20 Minuten lang schwimmen können, dürfen sie in die nächste Gruppe wechseln. Wenn sie hier 1 Stunde lang schwimmen können und vollkommen gesund sind, dürfen sie in die Wildnis entlassen werden.
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Was bringst du in deine Arbeit als Tierpfleger bei Beekse Bergen ein?
Ich habe viel über die Verabreichung von Medikamenten bei Krankheiten und das Abnehmen von Blutproben gelernt. Außerdem habe ich viel über die allgemeine Pflege von Pinguinen und die Gestaltung des Geheges gelernt. So weiß ich jetzt zum Beispiel, wie man optimal Sonnenfutter zubereitet. In der Auffangstation verdünnen sie die Sonnennahrung und sieben sie sehr gut. So nehmen die Pinguine sie leichter auf und der Darm kann die Nahrung besser verarbeiten.
Außerdem habe ich dort gelernt, dass es sehr wichtig ist, genau auf die Füße Brillenpinguine zu achten. Bei meiner Arbeit schaue ich jetzt öfter nach, ob sie noch ganz in Ordnung aussehen. Pinguine können nämlich unter Bumblefeet leiden. Außerdem arbeiten wir in Beekse Bergen an einem neuen Innengehege, damit wir eine kontrollierte Umgebung für die Pinguine haben, die an ihr eigenes Gehege angrenzt.
Was können wir zu Hause für Brillenpinguine tun?
Glücklicherweise können wir auch von zu Hause aus zum Schutz wildlebender Pinguine beitragen! Natürlich kannst du Organisationen wie die Stichting Wildlife unterstützen, damit Pinguinen in ihrem natürlichen Lebensraum geholfen wird. Du kannst auch dazu beitragen, den Klimawandel zu bekämpfen. Versuche, deinen ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Es gibt viele Tipps für kleine Anpassungen, mit denen du beispielsweise weniger Energie verbrauchst.
Du kannst auch helfen, indem du auf die Gütesiegel auf dem Fisch achtest, den du kaufst. Wenn eine Verpackung das ASC-Gütesiegel trägt, kaufst du Zuchtfisch, der mit Futter gefüttert wurde, das nicht direkt aus dem Meer stammt. Oft wird Zuchtfisch nämlich mit Fisch aus dem Meer gefüttert. Dadurch wird die Überfischung immer noch nicht verringert. Du kannst auch nach dem MSC-Gütesiegel Ausschau halten, einem Gütesiegel für nachhaltig gefangenen Fisch.
Zu guter Letzt ist es wichtig, dass du Respekt vor der Natur hast, wenn du im Urlaub bist oder dich in einem Naturschutzgebiet aufhältst. Bewundere die Tiere aus der Ferne und versuche nicht, mit ihnen in Kontakt zu treten. Das könnte sie erschrecken oder dazu führen, dass sie vom Menschen abhängig werden.
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